Das Konzept

Unsere Rechtsstruktur

Selbstverwaltet und unverkäuflich

Unser Ziel ist langfristig bezahlbaren und selbstverwalteten Wohn- und Projektraum in Köln zur Verfügung zu stellen. Nach ausgiebiger Recherche haben wir beschlossen, dass die rechtliche Struktur des schon lange etablierten Mietshäuser Syndikats (MHS) auch die richtige für die BG1006 ist. Seit 2025 organisieren wir uns gemeinsam mit über 230 weiteren Projekthäusern und -initiativen im Syndikatsverbund. Die Strukturen des Verbundes ermöglichen eine Form der Vergesellschaftung und Finanzierung, die seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich in der Schaffung sozialen und bezahlbaren Wohnraums angewendet wird. Dabei sichert die Rechtsstruktur sowohl die Autonomie der Bewohner*innen als auch die Entnahme des Hauses vom Spekulationsmarkt: Das Eigentum an unserem Haus liegt bei der BG1006 GmbH. Die beiden Gesellschafter sind der Hausverein tausendsechs e.V. mit 51% und der Mietshäuser Syndikats e.V. mit 49%. Die Bewohner*innen sind im Hausverein organisiert und entscheiden autonom über alle Belange der Hausverwaltung und des täglichen Zusammenlebens. Das MHS als zweiter Gesellschafter hat ein Vetorecht gegen den Verkauf des Hauses und stellt sicher, dass keine Gewinne entnommen werden und mit der Immobilie nicht spekuliert wird.

Das Mietshäuser Syndikat ist auf Vernetzung und Wachstum ausgelegt. Neue Hausprojektinitiativen erhalten umfassende Beratung und Unterstützung durch die alten MHS Mitglieder, und jede*r Bewohner*in zahlt mit der Miete einen Solidarbeitrag, der dann wieder neuen Projekten als Starthilfe zur Verfügung gestellt wird – auf dass immer mehr Häuser freigekauft werden!

Wenn du mehr zu dem Mietshäuser Syndikat erfahren willst schau dir die Broschüre an https://www.syndikat.org/wp-content/uploads/2021/09/broschuere_nr8.pdf oder lies mehr auf www.syndikat.org

Die Finanzierung

Selbstorganisiert wohnen – Solidarisch wirtschaften

Nach dem Finanzierungsmodell des Mietshäuser Syndikats (MHS) funktioniert unser Finanzierungsmodell über eine Mischung aus Privat- und Bankdarlehen. Bei der BG1006 haben wir über Förderungen und Zuschüsse ein dritte Finanzierungssäule.

Der gesamte Finanzbedarf für das Projekt liegt derzeit bei ungefähr 2,9 Millionen Euro. Etwa ein Drittel ca. 880.000€ sollen über Privatdarlehen („Direktkredite“) aufgebracht worden. Durch die frühzeitige Akquise von Förderungen und Zuschüssen können wir ca. 620.000€ unseres Projektbedarfs decken. Für die zweite Hälfte der Finanzierung von ca. 1.400.000€ nehmen wir Kredite bei der Bank, der NRW Bank und der KfW auf. Die für einen Bankkredit benötigten Eigenkapitalanteile werden also über Direktkredite finanziert. Das hat gleich zwei Vorteile. Zum einen können sich Menschen am Projekt unabhängig von der Höhe ihres eigenen Vermögens beteiligen, zum anderen können durch geringere Bankkredite sozialverträgliche Mieten gewährleistet werden.

Wie hoch die Mieten sind hängt also davon ab, wie hoch der Anteil an Direktkrediten ist. Die Gemeinschaftsflächen werden dabei in Zukunft zum Teil von der Hausgemeinschaft mitfinanziert. Mit den Mieten werden die Kredite getilgt. Nach und nach wird das Haus also vergemeinschaftet und der finanzielle Gestaltungsraum wird größer. Damit wird es dann möglich, ökologische Sanierungsarbeiten durchzuführen oder gar neuen Wohnraum zu schaffen. Außerdem erlaubt es dieser Spielraum auch, Solidarbeiträge für neue Projekte zur Verfügung zu stellen.

Die Erstellung des Finanzierungsplanes wurde mit der langjährigen Erfahrung und strengen Vorgaben des Mietshäusersyndikats vorgenommen und beinhaltet großzügige Rückstellungen für die geplante Sanierung.

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Die Organisation

Wir sind überzeugt, dass die Art und Weise, wie sich eine Organisation strukturiert, entscheidend dafür ist, ob gleiche Chancen für alle Beteiligten bestehen und ob demokratische, gleichberechtigte Verhältnisse auf Augenhöhe entstehen können. Deshalb ist es uns wichtig, Fremdbestimmung so weit wie möglich auszuschließen und stattdessen die Anerkennung von Vielfalt in den Mittelpunkt zu stellen.

Aus dieser Haltung folgt, dass alle Mitglieder der Projektgruppe im Rahmen eines Hausvereins selbstorganisiert handeln. Wesentliche Entscheidungen über das Zusammenleben und die Verwaltung werden in regelmäßig stattfindenden Plena gemeinsam getroffen. Ein hierarchisches Verhältnis zu einzelnen entfällt dadurch. Ziel ist es, den vorhandenen Raum bedarfsgerecht zu gestalten, gemeinsam zu beleben und in enger Verbindung mit der Nachbarschaft zu nutzen.

Die Selbstverwaltung führt nicht nur dazu, dass Betriebskosten sinken, sondern ermöglicht es auch, Verantwortung, Ideen, Wissen und Fähigkeiten zu teilen. Ob in Form von Einkaufsgemeinschaften, Carsharing oder Sorgearbeit – es entstehen soziale und solidarische Beziehungen, die in herkömmlichen, oft isolierten Wohnstrukturen nicht entstehen können.

Von den Bewohner*innen wird keine finanzielle Mindesteinlage verlangt. So können Menschen unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund Teil der Hausgemeinschaft werden. Zugleich bleibt es jeder Person offen, den Lebensmittelpunkt jederzeit an einen anderen Ort zu verlegen. Dabei können sie sich darauf verlassen, dass das Haus dauerhaft Gemeineigentum bleibt und ihr eigenes Engagement kommenden Generationen zugutekommt.

BG1006 Direktkredite

885000
833633

Impressum und Datenschutz